Ablauf
Wie läuft eine Früherziehungsstunde ab?
Für Kinder ist es sehr wichtig, dass die Rhythmikstunden einen bestimmten Stundenaufbau haben.
Der Begrüßungskreis stellt ein wichtiges Element dar. Er bietet den Kindern Orientierungspunkte, die es ihnen erleichtern, jede Woche aufs Neue in das Stundengeschehen einzusteigen. Die Kinder finden einen Halbkreis mit Stühlen vor, wenn sie den Raum betreten. Die Stunden beginnen immer mit einem gemeinsamen Gespräch, gefolgt von der Begrüßung durch eine Handpuppe sowie dem Singen eines Begrüßungsliedes. Diese Rituale sind für die Kinder sehr wichtig, denn eine Rhythmisierung dieser Art hilft ihnen in alltäglichen Lernprozessen. Sie können sich schon vor der Stunde darauf einstellen, was sie zu Beginn erwartet, können aber dennoch gespannt sein auf den weiteren Verlauf der Stunde.
Bei der Auswahl von Begrüßungsliedern achte ich darauf, dass die Lieder ein aktives Mitmachen der Kinder ermöglichen. Sie sollen lernen, Lieder mit Händen, Füßen und vollem Körpereinsatz zu begleiten. Die Koordinationsfähigkeit soll dadurch geschult und ein elementares Rhythmusgefühl entwickelt werden. Zusätzlich wird die Sprachentwicklung gefördert.
Im Begrüßungskreis ist es mir zudem wichtig, den Kindern soziale Kompetenzen zu vermitteln. Ich möchte erreichen, dass die Kinder anderen zuhören und andere aussprechen lassen, und dass sie am Geschehen aktiv teilnehmen. Es ist wichtig, den Kindern Grenzen aufzuzeigen, damit sie lernen, sich an Regeln zu halten.
In manchen Unterrichtseinheiten ergänze ich die üblichen drei Teile des Begrüßungskreises (Gespräch, Begrüßung durch die Handpuppe, Begrüßungslied) durch weitere Elemente, beispielsweise durch Handgestenspiele oder kleine Bewegungsaufgaben mit Instrumenten. Der Begrüßungskreis dient der Einstimmung. Als zeitlicher Rahmen sind ca. 15 Minuten veranschlagt.
Dem Begrüßungskreis folgt die Ausgestaltung eines bestimmten Themas. Jeder FE-Stunde liegt ein bestimmtes Thema zu Grunde. Ich habe mein Konzept mit dem Hintergrund entwickelt, vielfältige Materialien, auch Alltagsmaterialien einzusetzen, um den Kindern zahlreiche und verschiedene Sinneserfahrungen zu ermöglichen und die Fantasie anzuregen. Außerdem habe ich mich bemüht, Stunden in das Konzept zu integrieren, die sich auf die jeweilige Jahreszeit oder besondere Ereignisse der Kalenderwoche beziehen. Die Unterschiedlichen Themen werden gemeinsam mit den Kindern erarbeitet. Es werden Geschichten erzählt, die dann gemeinsam nachgespielt oder vertont werden, wir musizieren einzeln und in der Gruppe beispielsweise durch verschiedene Rhythmusaufgaben, wir bewegen uns auf Musik, oder stellen bestimmte Geräusche dar.
Die Phase des freien Experimentierens stellt für mich ein wichtiges Element im Aufbau der Stunden dar. Kommen neue Materialien oder solche, die lange nicht benutzt wurden, zum Einsatz, erhalten die Kinder die Möglichkeit, sich mit den Materialien auseinander zu setzen, bevor das angeleitete Spiel beginnt. Ich weise die Kinder lediglich darauf hin, dass sie vorsichtig mit den Materialien umgehen sollen und darauf achten müssen, dass sie andere Kinder im Eifer nicht verletzen. Ansonsten dürfen die Kinder frei experimentieren und ihrer Fantasie und Kreativität freien Lauf lassen. Die freie Experimentierphase ermöglicht es den Kindern, sich mit den Materialien der Stunde im Freispiel vertraut zu machen und ihren Bewegungsdrang auszuleben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Kinder nach dem freien Experimentieren konzentrierter auf die nachfolgenden Unterrichtsphasen einlassen.
Bevor wir uns zum gemeinsamen Basteln oder Malen zusammensetzen, wird gemeinsam aufgeräumt. Das malen oder Basteln rundet die Stunden ab. Die Kinder bekommen in der 2. Unterrichtstunde einen Ordner in dem sie die Ausmalbilder, die passend zu jeder Stunde entwickelt wurden, sammeln.
Im Abschlusskreis sollen die Kinder, die oft sehr aufgedreht sind, nochmals zur Ruhe kommen, bevor sie den Raum verlassen. Auch der Abschlusskreis soll einem Ritual ähnlich kommen. Alle versammeln sich zu diesem Zweck nochmals auf ihren Plätzen im Stuhlkreis. Ich nutze diesen Rahmen gerne für ein kurzes Abschlussgespräch, das die wichtigsten Inhalte der Stunde nochmals zusammenfasst. Danach wird gemeinsam ein Abschiedslied gesungen.

